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Eingeflogen: Erdbeeren aus Spanien, Spargel aus Mexiko


Manches Obst und manches Gemüse ist weit gereist: Es wird per Flugzeug um den halben Erdball geflogen oder über ganze Ozeane geschippert, bevor es verzehrt wird. Spargel, der aus Mexiko importiert wurde, hat zum Beispiel über 10.000 Flugkilometer zurückgelegt – große Mengen Flugbenzin werden so in die Atmosphäre emittiert. Dass das zu einer katastrophalen Klimabilanz führt und geradezu Gift für die Umwelt ist, versteht sich von selbst.

Dabei ist der ganze Aufwand in den meisten Fällen gar nicht nötig. Denn den Großteil des Obsts und Gemüse kann man auch beim Erzeuger vor Ort kaufen. Man muss nur ein bisschen nach den Jahreszeiten gehen.Leider ist heute vielen Menschen angesichts des großen Überangebots jedoch das Bewusstsein dafür verlorengegangen, welche Früchte wann angebaut und geerntet werden.


1 Bund mexikanischer Spargel, im Februar per Flugzeug importiert (11’800 Km), verbraucht ca. 5 Liter Benzin. 1 Bund Deutscher Spargel, im Mai gekauft, verbraucht ca. 0.3 Liter Benzin. (Quelle WWF)


Dabei ist das ein spannendes Thema! Nehmen wir zum Beispiel den Herbst – die klassische Erntezeit: Äpfel, Birnen, Kürbisse, Pilze, Feigen, verschiedene Nüsse, Quitten, Weintrauben. Wer frische Früchte mag und gern mit regionalen Zutaten kocht, kann aus dem Vollen schöpfen. Wie wäre es zum Beispiel mit herzhaften Zucchinipuffern, Walnussbrot oder einem Müsli mit gemischtem Obst? Lecker! – Der Herbst ist für die saisonale Küche offensichtlich ganz besonders geeignet.


Das Gemüseregal als Klimakiller


Doch die unübersehbaren Vorteile des Herbsts sind vielen Verbrauchern herzlich egal. Sie kaufen weiterhin Obst und Gemüse aus Übersee und machen so ihr Gemüseregal zum Klimakiller. Nicht umsonst werden täglich 140 Tonnen Obst und Gemüse nach Deutschland eingeflogen. Ein Grund dafür liegt sicher im perfiden Marketing der Supermarktketten: Denn wenn dem Verbraucher in Prospekten und mit Sonderangeboten immer wieder suggeriert wird, dass Birnen im Frühling und Erdbeeren im Winter problemlos zu bekommen sind, ist es nicht weiter verwunderlich, dass er sich irgendwann kaum mehr für die saisonale Ernährung interessiert.


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© Danilin, istockphoto.com


Dabei liegen die Vorteile der saisonalen Küche liegen auf der Hand: Wer regional und jahreszeitengemäß isst, schont nicht nur die Umwelt. Er tut auch seinem Geldbeutel etwas Gutes. Schließlich werden Produkte, die gerade geerntet werden, stets besonders günstig angeboten. Hier lohnt es sich, große Mengen einzukaufen und alles anschließend einzufrieren, zu dörren, einzukochen oder durch Vakumierung haltbar zu machen.

Kauft man die Produkte direkt beim Erzeuger, profitieren außerdem Landwirte aus dem Umland, die auf diesem Absatzweg deutlich besser für ihre Ware bezahlt werden als beim klassischen Vertrieb über den Großhändler. Hier bietet sich ein Besuch auf dem Wochenmarkt oder einem der vielen Hofläden an, die in den letzten Jahren eröffnet wurden. Wem dafür die Zeit fehlt, dem sei ein Ökokistenabonnement empfohlen. Hier bestücken Erzeuger oder Erzeugergemeinschaften jede Woche eine Kiste mit saisonalen Produkten und liefern sie frei Haus.


Winterernte in Deutschland – auch ohne Treibhaus


Wer saisonale Gerichte zubereitet, orientiert sich bei den verwendeten Zutaten nämlich an den jeweiligen Jahreszeiten und dem, was dann in der eigenen Region geerntet wird. Das heißt, es kommt das auf den Tisch, was Frühling, Sommer, Herbst und Winter kulinarisch eben so hergeben. Es gibt also zum Beispiel Rharbarber und Spargel im April, Erdbeeren und Dicke Bohnen im Juni oder Stachelbeeren und Staudensellerie im August.


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„Hm“, mögen Sie nun vielleicht denken, „dass das im Sommer und Herbst ganz gut funktionieren kann, verstehe ich. Aber im Winter? Da wächst doch nichts.“ Doch das stimmt nicht! Denn auch im Winter hat Verschiedenes Saison: Rot-, Grün- oder Weißkohl gehören dazu, aber auch Rosenkohl, Rote Beete oder Steckrüben schmecken jetzt. Beim Grünkohl ist etwas Frost sogar gut für den Geschmack. Einen kleinen Überblick zu den konkreten Anbau- und Erntezeiten finden sie unter diesem Text.


Ohne Vorrat geht es nicht


So sehr man sich beim Einkaufen auch an den Jahreszeiten orientiert, ganz ohne Vorratshaltung kommt man trotz allem kaum aus. Auf manche Zutaten kann man schließlich rund um das Jahr nicht verzichten. Wie gesagt: Es lohnt sich das, was man zu Erntehochzeiten eingekauft hat, möglichst frisch einzufrieren. Je nach Lebensmittel kann man auch auf traditionelle Arten der Vorratshaltung zurückgreifen – nicht alles, was alt ist, ist schließlich schlecht! Äpfel und Birnen kann man zum Beispiel dörren und später als Chips oder Ringe genießen. Wem zum Einfrieren oder Dörren die Zeit fehlt, der kann auch einfach beim Biosupermarkt in die Tiefkühltruhe oder ins Regal greifen – es gibt schließlich alles in Ökoqualität zu kaufen.

Generell empfiehlt es sich allerdings, stets einen kleinen Grundvorrat im Haus zu haben. Doch welche Lebensmittel soll man bevorraten, um immer schnell und einfach sowie frisch und lecker kochen zu können? Dazu gab es bis vor Kurzem keine Kochbücher. Um den Einkauf zu vereinfachen und beim Kochen Zeit zu sparen, haben wir uns für die 4-Zutaten-Formel entschieden. Der Clou dabei: Sie brauchen zusätzlich zum Grundvorrat nur noch vier frisch gekaufte Zutaten. Das garantieren wir! Mit der 4-Zutaten-Formel zaubern Sie auch ohne Einkauf schnell etwas Leckeres auf den Tisch – und wenn Sie zusätzlich saisonale Produkte bevorratet haben, geht´s noch schneller.Wie das funktionieren kann, erklären Ihnen unsere drei Titel „4 Zutaten“ und „glutenfrei und vegetarisch – Band 1“ und "glutenfrei und vegetarisch  - Band 2" als ebook.


Saisontabelle Früchte (eine Auswahl)


Erdbeeren: Anfang Juni bis Ende August
Johannisbeeren: Mitte Juni bis Ende August
Kirschen: Mitte Juni bis Ende August
Äpfel: je nach Sorte zwischen Mitte Juli und Mitte Oktober
Birnen: je nach Sorte zwischen Mitte Juli und Ende Oktober
Heidelbeeren: Anfang Juli bis Mitte September
Pflaumen: August und September
Sanddorn: September und Oktober
Trauben: Anfang September bis Mitte November
Quitten: Anfang Oktober bis Mitte November

Saisontabelle Gemüse (eine Auswahl)


Chicorée: Januar bis April
Bärlauch: April
Spinat: April bis November
Gurken: Mitte Mai bis Mitte Oktober
Erbsen: Juni und Juli
Ackerbohnen: Juli und August
Mangold: Juli bis Ende Januar
Kürbis: August bis Januar
Rosenkohl: September bis März
Rot- und Weißkohl: September und Oktober
Tomaten: Mitte Juni bis Ende Oktober
Feldsalat: Oktober bis Januar
Rosenkohl: November und Dezember
Zwiebeln: Juni bis Oktober
Kartoffeln: Juli bis September
Porree/Lauch: Juni bis Dezember

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