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Alle Rechte, TransFair e.V, Foto: M. Ersch


Was ist fairer Handel?


Haben Sie sich schon einmal gefragt, wo der Kakao in Ihrer Schokolade herkommt oder wissen Sie, wer Ihre Jeans und Ihre Baumwoll-T-Shirts genäht und gefärbt hat? Die Herkunftsländer der Produkte aus dem Supermarkt, dem Modegeschäft oder dem Baumarkt sind meist auf deren Schildern angegeben, doch verrät dies noch lange nichts über deren Weg zu uns in die Verkaufsregale.

Informationen über die Arbeit, die dahinter steckt oder die Menschen, die für die Herstellung verantwortlich sind, sind nur schwer bis gar nicht einzuholen — würden sie doch oft grauenvolle Arbeitsbedingungen aufdecken.


Fairer Handel – der Trend in den Regalen


Auf einigen Produkten, die Sie bisher gekauft haben, konnten Sie vielleicht schon einmal ein sogenanntes Fairtrade-Siegel ausmachen. Dieses Siegel garantiert den Verbrauchern ein Produkt, welches unter fairen Arbeits- und Lebensbedingungen der Bauern und Beschäftigten hergestellt wurde. Die jeweiligen Produkte sind vom Preisverhältnis her etwas teurer als andere Produkte, was daher rührt, dass eine bestimmte Geldsumme des Fairtrade-Preises den Bauern und Arbeitern zugute kommt. Zwangsarbeit und Kinderarbeit ist bei Fairtrade-Produkten verboten.


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Alle Rechte, TransFair e.V.


Ein fairer Handel unterscheidet sich grundlegend von einem konventionellen Handel. Bauernfamilen und Plantagenangestellte, die nicht unter das Fairtrade-System fallen, leben oft unter Druck und werden von ihren Arbeitgebern ausgebeutet. Ein fairer Handel unterstützt die Bauern jedoch und bewahrt sie vor menschenunwürdigen und krankmachenden Arbeits- und Lebensbedingungen. Er stellt sicher, dass die Bauern einen für sie gerechten Lohn, einen bezahlten Urlaub und Schutzkleidung erhalten. Weiterhin werden langfristige Lieferverträge ausgearbeitet, Mindestpreise festgelegt und Vorfinanzierungen genehmigt, wodurch den Menschen in den Entwicklungsländern ein gutes und langfristiges Arbeitsverhältnis garantiert wird. Durch die Fairtrade-Prämien können neue Projekte in Dritte-Welt-Ländern umgesetzt werden, wie beispielsweise der Bau von Trinkwasserbrunnen oder Schulen.

Ein fairer Handel stützt sich grundsätzlich also auf drei Säulen — der Ökonomie, der Ökologie und dem Sozialen. Zur Ökologie zählt beispielsweise, ein umweltschonender Anbau und das Verbot von gentechnisch veränderten Organismen. Zur sozialen Komponente gehören unter anderen faire Arbeitsbedingungen, Gemeinschaftsprojekte und das Verbot von Kinderarbeit.


Die Erfolgsgeschichte des fairen Handels


Bereits im Jahre 1958, als in den USA das erste Geschäft mit fair gehandelten Waren eröffnete, gab es erste Ansätze für einen weltweit fairen Handel. Doch der grundlegende Meilenstein wurde 1989 gesetzt, als es zur Gründung der IFAT (International Fair Trade Association) kam, die später in die WFTO (World Fair Trade Organization) umbenannt wurde. Damit besteht der internationale faire Handel seit 24 Jahren.
Im Jahre 1992 nahm der Verein TransFair in Deutschland seine Arbeit auf und vergibt seit 2002 die Fairtrade-Siegel an die jeweiligen Produkte. Später wurde die Fairtrade Labelling Organization gegründet und dient seitdem der Überwachung des fairen Handels.

Fairtrade Produkte werden mittlerweile in Afrika, Lateinamerika und Asien produziert und in das Fairtrade-System sind inzwischen rund 1,6 Millionen Menschen eingebunden, die davon profitieren. Heute kommen beispielsweise Produkte wie Bananen, Kaffee, Gebäck und Schokolade aus einem fairen Handel. So gehören die Nahrungsmittel der Firma GEPA — die seit über 35 Jahren besteht —, von Rapunzel, die ihre Fairtrade Produkte unter der Deklaration ‘Hand in Hand’ vertreibt, von BanaFair, Rugmark und vielen weiteren Firmen, zu Produkten, die sich den Richtlinien des fairen Handels verschrieben haben.

Ein fairer Handel bedeutet, sich für die Menschen vor Ort einzusetzen, sie indirekt zu unterstützen und ihnen die Möglichkeit zu bieten, sich ein angenehmes Leben unter gerechten Arbeitsbedingungen zu bereiten. Durch den Kauf von Fairtrade Produkten wird der Ausbeutung der Menschen vorgebeugt und die Weltwirtschaft erfährt in gewisser Weise Gerechtigkeit. Fairer Handel schützt die Menschen auf eine ähnliche Art und Weise, wie eine vegane Ernährung die Tiere schützt. Fairer Handel ist ein großer Schritt auf einem Weg, der uns in eine friedlichere, loyale und ökologisch handelnde Welt weist.




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