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Energielieferant Kohlenhydrate: Alles Zucker, oder was ?


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© Grecaud Paul - Fotolia.com


m Frühjahr und Sommer nehmen sich viele Menschen vor, den überflüssigen Pfunden möglichst schnell und effektiv zu Leibe zu rücken. Besonders modern sind Low Carb Diäten, also Ernährungspläne, die den Verzehr von Kohlenhydraten reduzieren. Nach unseren Artikeln über Fett wollen wir uns jetzt die Kohlenhydrate näher anschauen.

Low Carb Diäten beruhen darauf, den Verzehr von Kohlenhydraten einzuschränken: Low Carbohydrates = geringe, wenige Kohlenhydrate. Ist das sinnvoll? Und wo in unserem Essen stecken eigentlich überall Kohlenhydrate?



Getreide, Gemüse, Obst


Kohlenhydrate machen unsere pflanzliche Nahrung aus. Ein kompletter Verzicht darauf wäre fatal, denn unser Körper– und besonders unsere Gehirn – nutzt Kohlenhydrate in Form von Glukose als Treibstoff.

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© oleksajewicz – istockphoto.com


Wie beim Fett ist es von entscheidender Bedeutung, welche Kohlenhydrate man zu sich nimmt. Einfach aufgebaute Kohlenhydrate (Mono- und Disaccharide) sind süß und gelangen schnell ins Blut: Unser Haushaltszucker besteht aus nur zwei Komponenten. Komplex aufgebaute Kohlenhydrate (Polysaccharide) wie Stärke sind hingegen nicht süß. Unser Organismus braucht länger, um sie zu verwerten und sie gelangen langsamer in den Blutkreislauf. Aber auch Stärke ist letztendlich Zucker! Dies merkt man daran, dass simpel aufgebaute Stärke, wie man sie z.B. in weißem Brot findet, im Mund süßlich wird, wenn man es einige Zeit kaut. Denn unser Speichel beginnt bereits damit, die Moleküle des Brotes auseinander zu nehmen.



Ballaststoffe – mehr als lästiges Gepäck


Es gibt also Kohlenhydrate, die nach ein oder zwei Aufspaltungen bereits in die Blutbahn gelangen und andere, die hunderte(!) Aufspaltungen benötigen, bevor sie vom Körper aufgenommen werden können. Es gibt sogar viele, die wir gar nicht “knacken” können! Letztere sind Faserstoffe, auch als Ballaststoffe bekannt. Cellulose ist ein solcher Faserstoff, der die Struktur von Pflanzen bildet. Auch wenn diese uns nicht als Energie zur Verfügung stehen, erfüllen sie sehr wichtige Aufgaben:

  • Ballaststoffe binden Schwermetalle und andere giftige Substanzen, wie z.B. Ammoniak.
  • Ballaststoffreiche Nahrung macht länger satt.
  • Ballaststoffe verbessern die Darmflora und den Stuhlgang.
  • Lebensmittel, die ballaststoffreich sind, enthalten zusätzlich auch verhältnismäßig viele Vitamine und Mineralstoffe.

Vollwertige, ballaststoffreiche Lebensmittel liefern dem Körper also mehr gute Stoffe und schützen ihn gleichzeitig vor Giften. Vollkornreis ist deshalb weißem, polierten Reis vorzuziehen. Aber was passiert, wenn man “entfaserte”, also ballaststofffreie Kohlenhydrate zu sich nimmt?



Zucker & Weißmehl: Schneller Zucker, schnelles Fett


Ohne Ballaststoffe werden Kohlenhydrate schnell abgebaut, insbesondere wenn man einfach aufgebaute Kohlenhydrate zu sich nimmt, die sehr rasch zu Glukose abgebaut werden können.


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© Liv Friis-larsen – Fotolia.com


Ein Paradebeispiel wäre ein Toast mit Marmelade. Dieser Verzehr führt zu einem sprunghaften Anstieg des Blutzuckerspiegels, den der Körper mit Hilfe von Insulin wieder senkt – was bald zu neuem Hunger führt. Die Glukose, die aus der Blutbahn abgeleitet wird, füllt die Zuckervorräte unserer Zellen auf; sind diese voll – was leicht bei einer kohlenhydratreichen Ernährung vorkommt – muss der Körper neue Fettzellen bilden, die den Überschuss aufnehmen. Denn Glukose kann in Form von Fett abgespeichert werden… so führt der übermäßige Konsum von Zucker und anderen leicht verdaulichen Kohlenhydraten zu Übergewicht!


Fazit:


Kohlenhydrate können einfach oder komplex aufgebaut sein; letztere gehen mit mehr Ballast- und Vitalstoffen Hand in Hand. Sie sind also aus gesundheitlichen Gründen stets zu bevorzugen. Ein weiteres Resultat vom Verzehr komplexer Kohlenhydrate ist außerdem, dass das Körpergewicht niedrig gehalten wird.

Low Carb Diäten reduzieren die Menge von Kohlenhydraten in der Ernährung; der Verzicht auf einfach aufgebaute Formen, wie Zucker und Weißmehl ist in jedem Fall zu befürworten. Ob auch auf komplexe Kohlenhydrate verzichtet wird, unterscheidet sich je nach Ausformung der Low Carb Diät. Auf Kohlenhydrate zu verzichten und stattdessen Fleisch und andere tierische Produkte zu verzehren, ist jedoch mehr als kontraproduktiv: Das erhöht das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte! Da ist es gesünder, Zucker gelegentlich in kleinen Mengen zu essen und dann auch zu genießen.

Wir empfehlen Ihnen eine vollwertige, abwechslungsreiche pflanzliche Kost, in der komplexe Kohlenhydrate in Form von Gemüse die Basis bilden. Das ist automatisch Slow Carb, aber ohne Risiken einer einseitigen Ernährungsform.

Bei der Erstellung dieses Artikels wurde auf Informationen aus dem “Taschenatlas der Ernährung” (Hrsg. Biesalski und Grimm) aus dem Thiemeverlag zurückgegriffen.

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